Eine Berufsunfähigkeitsversicherung soll dein Einkommen absichern, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Wir nennen sie häufig "Lifestyle-Versicherung", da sie deinen aktuellen Lebensstandard bewahrt..
Doch rund um die BU gibt es viele Fragen: Brauche ich als Büroangestellter überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Wie hoch sollte die BU-Rente sein? Was passiert bei Vorerkrankungen? Und worauf sollte ich beim Abschluss besonders achten?
Als Versicherungsmakler aus der Region Zwickau beschäftigen wir uns regelmäßig mit genau diesen Fragen. Deshalb beantworten wir hier 10 wichtige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung verständlich und ohne unnötiges Fachchinesisch.
Inhaltsverzeichnis:
1. Brauche ich eine BU, wenn ich im Büro arbeite?
2. Zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Ernstfall wirklich?
3. Wann gilt man überhaupt als berufsunfähig?
4. Wann sollte ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?
5. Wie hoch sollte meine BU-Rente sein?
6. Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
7. Welche Gesundheitsfragen muss ich bei einer BU beantworten?
8. Was ist eine anonyme Risikovoranfrage?
9. Was passiert mit meiner BU bei einem Berufswechsel?
10. Wie lange sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung laufen?
Auch bei einem Bürojob kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Denn Berufsunfähigkeit entsteht keineswegs nur durch schwere körperliche Arbeit oder Unfälle.
Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft waren 2024 38 % der Berufsunfähigkeitsfälle auf psychische Leiden und Erkrankungen des Nervensystems zurückzuführen. Krebs war für 19 % und Erkrankungen des Bewegungsapparates für 16 % der Fälle verantwortlich. Unfälle machten dagegen lediglich 8 % aus.
Das zeigt: Auch wer überwiegend am Schreibtisch arbeitet, kann seine Arbeitskraft verlieren.
Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:
„Ist mein Beruf gefährlich?“
Sondern:
„Wie lange könnte ich meinen Lebensunterhalt finanzieren, wenn mein Arbeitseinkommen dauerhaft wegfällt?“
Gerade wenn Miete oder Immobilienfinanzierung, Familie und laufende Verpflichtungen vom eigenen Einkommen abhängen, kann die Absicherung der Arbeitskraft ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Vorsorge sein.
Das Vorurteil, BU-Versicherer würden im Leistungsfall grundsätzlich nicht zahlen, hält sich hartnäckig.
Die verfügbaren Zahlen zeichnen ein differenzierteres Bild. Laut einer Erhebung des GDV werden 80 % der Anträge auf eine Berufsunfähigkeitsrente bewilligt.
Eine Ablehnung kann unterschiedliche Ursachen haben. Beispielsweise kann der erforderliche Grad der Berufsunfähigkeit nicht erreicht sein oder es können Probleme mit den Angaben beim ursprünglichen Vertragsabschluss bestehen.
Deshalb achten wir bereits beim Abschluss darauf, dass Gesundheitsfragen sorgfältig beantwortet werden und der ausgewählte Tarif vernünftige Versicherungsbedingungen bietet.
Wichtig ist außerdem: Eine hohe Leistungsquote allein macht noch keinen guten BU-Tarif. Entscheidend ist immer das Gesamtpaket aus Bedingungen, individueller Annahmeentscheidung, Beitrag und Leistungsumfang.
Hier muss zwischen Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit unterschieden werden.
Arbeitsunfähig bist du beispielsweise, wenn dein Arzt dich für einige Wochen krankschreibt.
Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung geht es dagegen um eine längerfristige gesundheitliche Einschränkung deiner beruflichen Tätigkeit.
Bei vielen BU-Tarifen besteht ein Leistungsanspruch, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich dauerhaft beziehungsweise für den im Vertrag definierten Zeitraum zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst.
Wie genau Berufsunfähigkeit definiert wird, ergibt sich aus den jeweiligen Versicherungsbedingungen.
Deshalb sollte beim Vergleich einer BU nicht ausschließlich auf den monatlichen Beitrag geschaut werden.
Ein weiteres wichtiges Leistungsmerkmal ist der Verzicht auf die sogenannte abstrakte Verweisung.
Vereinfacht gesagt soll der Versicherer dich dann nicht allein deshalb auf einen anderen Beruf verweisen können, weil du diesen theoretisch noch ausüben könntest.
Bei der Auswahl einer BU prüfen wir deshalb nicht nur den Preis, sondern insbesondere die Bedingungen des jeweiligen Versicherers.
Grundsätzlich kann es sinnvoll sein, sich möglichst früh mit der Absicherung der eigenen Arbeitskraft zu beschäftigen.
Dafür gibt es insbesondere zwei Gründe.
Zum einen spielt das Eintrittsalter bei der Beitragsberechnung eine Rolle. Zum anderen wird beim Abschluss einer BU normalerweise der Gesundheitszustand geprüft.
Wer bereits relevante Erkrankungen oder Beschwerden in seiner Gesundheitshistorie hat, kann beispielsweise einen Risikozuschlag oder einen Leistungsausschluss erhalten. In bestimmten Fällen kann ein Versicherer einen Antrag auch ablehnen.
Der GDV berichtet für 2023 allerdings, dass die große Mehrheit der eingereichten BU-Anträge angenommen wurde; nur ein kleiner Teil wurde abgelehnt oder mit Zuschlägen beziehungsweise Ausschlüssen versehen.
Deshalb kann eine BU bereits für Schüler, Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger interessant sein.
Wichtig ist trotzdem: Früh abschließen bedeutet nicht automatisch, dass jeder beliebige Vertrag sinnvoll ist. Gerade bei jungen Menschen sollte geprüft werden, wie flexibel der Vertrag später angepasst werden kann.
Wir vergleichen Tarife und Bedingungen und schauen gemeinsam, welche Absicherung zu deinem Beruf und deiner Situation passt.
Die BU-Rente sollte nicht nach einer pauschalen Zahl gewählt werden.
Entscheidend ist vielmehr:
Wie viel Geld benötigst du jeden Monat, wenn dein Arbeitseinkommen dauerhaft wegfällt?
Berücksichtigt werden sollten beispielsweise:
Dabei sollte die BU-Rente nicht zu knapp kalkuliert werden. Denn auch bei Berufsunfähigkeit laufen viele Kosten weiter.
Gleichzeitig begrenzen Versicherer die maximal versicherbare BU-Rente in Abhängigkeit vom Einkommen. Je nach Versicherungsgesellschaft ist eine Absicherung zwischen 60% und 70% des Bruttoeinkommens möglich.
Unser Ansatz: Wir schauen deshalb zunächst auf deine tatsächliche finanzielle Situation und bestimmen anschließend eine sinnvolle Absicherungshöhe.
Eine pauschale Antwort wie „Eine BU kostet 50 € im Monat“ ist wenig sinnvoll.
Der Beitrag hängt unter anderem ab von:
Alter, Beruf, Gesundheitszustand, gewünschter BU-Rente, Laufzeit und den Leistungen des gewählten Tarifs.
Ein junger kaufmännischer Angestellter kann deshalb einen völlig anderen Beitrag erhalten als beispielsweise ein Dachdecker mit derselben gewünschten BU-Rente.
Auch deshalb sollte eine BU nicht nur anhand eines einzelnen Onlinepreises ausgewählt werden.
Beim Preisvergleich solltest du außerdem den Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag kennen.
Der Nettobeitrag ist grundsätzlich der aktuell zu zahlende Beitrag nach Verrechnung der Überschüsse. Der Bruttobeitrag stellt die vertraglich relevante Obergrenze innerhalb der entsprechenden Beitragskalkulation dar.
Eine große Differenz zwischen beiden Werten sollte deshalb beim Vergleich berücksichtigt werden.
➡️ Ausführlicher erklären wir die Kosten und die Unterschiede zwischen Brutto- und Nettobeitrag in unserem BU-Ratgeber.
Vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung stellt der Versicherer Fragen zu deinem Gesundheitszustand.
Dabei können beispielsweise Arztbesuche, Behandlungen, Diagnosen, Medikamente, Krankenhausaufenthalte oder psychotherapeutische Behandlungen innerhalb bestimmter Abfragezeiträume relevant sein.
Entscheidend ist immer die konkrete Fragestellung des Versicherers.
Du solltest deshalb weder Diagnosen verschweigen noch vorsorglich Angaben machen, nach denen der Versicherer überhaupt nicht gefragt hat.
Besonders problematisch kann es werden, wenn relevante Angaben vergessen oder falsch beantwortet werden.
Eine sorgfältige Aufbereitung der Gesundheitshistorie kann daher ein wichtiger Bestandteil der BU-Beratung sein.
Einige Versicherer haben spezielle Zielgruppen, welche sie in ihrem Versichertenkollektiv haben möchten. Daher gibt es für bestimmte Altersgruppen oder Branchen Sonderanträge mit verkürzten Gesundheitsfragen. Diese nutzen wir besonders gern, wenn es für dich einen Mehrwert bringt.
Bestehen Vorerkrankungen, muss nicht zwangsläufig sofort ein verbindlicher Antrag bei mehreren Versicherern gestellt werden.
Stattdessen kann in geeigneten Fällen zunächst eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll sein.
Dabei wird die gesundheitliche Situation mehreren infrage kommenden Versicherern zur Prüfung vorgelegt, ohne unmittelbar einen normalen Versicherungsantrag zu stellen.
Die Versicherer können daraufhin beispielsweise signalisieren:
Normalannahme, Risikozuschlag, Leistungsausschluss, Zurückstellung oder Ablehnung.
Dadurch lässt sich vor einem verbindlichen Antrag besser einschätzen, welcher Versicherer mit der individuellen Gesundheitshistorie umgehen kann.
Gerade bei bestehenden Diagnosen oder früheren Behandlungen kann dieses Vorgehen sinnvoll sein.
Wir bereiten deine Gesundheitsangaben gemeinsam auf und prüfen, ob eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll ist.
Ein Berufswechsel bedeutet nicht automatisch, dass eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung neu abgeschlossen werden muss.
Wie mit einem Berufswechsel umgegangen wird, hängt allerdings von den Bedingungen des jeweiligen Vertrags ab.
Interessant sind insbesondere Tarife mit einer Besserstufungs- oder Berufswechseloption.
Wechselst du beispielsweise aus einem körperlich anspruchsvollen Beruf in eine Tätigkeit mit einer günstigeren Risikoeinstufung, kann bei entsprechenden Vertragsbedingungen geprüft werden, ob eine günstigere Einstufung möglich ist.
Deshalb lohnt es sich, bereits beim Abschluss auf die langfristige Flexibilität des Vertrages zu achten.
Eine BU sollte nicht nur heute zu deiner Situation passen.
Entscheidend ist auch, wie lange du voraussichtlich auf dein Arbeitseinkommen angewiesen sein wirst.
Wird beispielsweise eine BU abgeschlossen, die bereits mit 60 Jahren endet, du möchtest oder musst aber bis 67 arbeiten, entsteht eine erhebliche zeitliche Lücke.
Deshalb sollte das Endalter bewusst gewählt werden.
Neben der Laufzeit sind außerdem Anpassungsmöglichkeiten wichtig.
Dazu gehören beispielsweise:
Nachversicherungsgarantien, Beitragsdynamik und gegebenenfalls eine Leistungsdynamik.
Dadurch kann sich der Versicherungsschutz im Laufe des Lebens an steigendes Einkommen und veränderte Lebenssituationen anpassen.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung besteht nicht nur aus dem Preis und der Höhe der BU-Rente.
Bei einer Beratung schauen wir deshalb unter anderem auf die Definition der Berufsunfähigkeit, Verweisungsregelungen, Nachversicherungsmöglichkeiten, Dynamiken, Berufswechseloptionen, den Prognosezeitraum und weitere relevante Vertragsbedingungen.
Genauso wichtig ist die Frage:
Welcher Versicherer passt zu deiner persönlichen Situation und deiner Gesundheitshistorie?
Der günstigste Tarif muss deshalb nicht automatisch der passende Tarif sein.
Wir vergleichen Tarife und Versicherungsbedingungen und berücksichtigen dabei deinen Beruf, deine gewünschte Absicherung und deine Gesundheitshistorie.
Bei relevanten Vorerkrankungen prüfen wir außerdem, ob eine anonyme Risikovoranfrage sinnvoll ist.
Persönlich in der Region Zwickau oder bequem online.
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In unserem ausführlichen BU-Ratgeber 2026 erklären wir unter anderem, wie sich die Kosten einer BU zusammensetzen, welche Vertragsbedingungen wichtig sind, welche Rolle Dynamiken spielen und welche Fehler du beim Abschluss vermeiden solltest.

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